Tarmed: Der Vertrag von H+ und Santésuisse gilt weiter

Der Bundesrat wünschte offenbar eine befristete Verlängerung des heutigen Tarifs bis Ende 2017.

, 12. August 2016, 13:28
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Die Kündigung sollte Druck aufsetzen: Ende Juni gab der Spitalverband H+ bekannt, dass man den Tarmed-Rahmenvertrag mit Santésuisse gekündigt habe. «H+ setzt weiterhin alles daran, dass auf den 1. Januar 2018 eine neue Tarifstruktur eingeführt werden kann», so die Erklärung damals: «Um den Handlungsbedarf über die notwendige Umsetzung dieser neuen Struktur zu verdeutlichen, hat H + auf den 31. Dezember 2016 den Tarmed-Rahmenvertrag H+/santésuisse gekündigt.»
Zugleich reichte H+ beim Innendepartement die neue Tarifstruktur ein – welche ansonsten von wichtigen Playern wie FMH, fmCH und die Hausärzte, die Santésuisse und Curafutura abgelehnt worden war.

Kündigung gestoppt

Jetzt zeigt sich H+ doch etwas weniger unverdrossen. Wie die «Berner Zeitung» (Print) meldet, ist der Spitalverband bereit, die Kündigung per Ende Jahr zurückzunehmen beziehungsweise aufzuschieben. 
Auf Anfrage des Bundesrats habe man einer befristeten Verlängerung des heutigen Tarifs bis Ende 2017 zugestimmt, sagte Verbandsdirektor Bernhard Wegmüller zur BZ.
Diese Aussage ist interessant, setzte doch der Bundesrat den Beteiligten im Frühsommer eine Frist: Innert vier Monaten müsse ein neues Tarmed-Modell her – sonst werde die Regierung «selber Anpassungen in der Tarifstruktur vornehmen.» 

Curafutura arbeitet mit

Auch der Krankenversicherungsverband Curafutura sei nun bereit, auf dem von H+ im Sommer eingereichten Modell aufzubauen, erfuhr die BZ weiter. «Es braucht aber Zeit», sagt Curafutura-Direktor Pius Zängerle. 
Allerdings sieht zumindest H+-Direktor Wegmüller allerhand Licht am Ende des Tunnels. Gegenüber der Nachrichtenagentur AWP zeigte er sich zuversichtlich, dass die Verhandlungen über den neuen Ärztetarif tatsächlich bis Ende Oktober abgeschlossen werden könnten. «Bis dahin sollten die von den Versicherungen geforderten Anpassungen eingearbeitet sein» – und das Genehmigungsverfahren könne beginnen.
Passiver ist derzeit die FMH. Laut ihrem Präsidenten Jürg Schlup benötigt der Zentralvorstand zu weiteren Arbeiten an der Tarifstruktur ein neues Mandat der Delegiertenversammlung. Und das verlange mehr Zeit als die erwähnte Frist bis Ende Oktober. 
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