Freiburger Spital will Kostendämpfung bei den Löhnen

Der finanzielle Verlust des Freiburger Spitals (HFR) hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Nun ergreift der Verwaltungsrat Massnahmen bei der Erstellung des Budgets 2022.

, 8. April 2022, 13:17
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Das Freiburger Spital (HFR) hat im vergangenen Geschäftsjahr 9,2 Prozent mehr stationäre und 4,8 Prozent mehr ambulante Fälle verzeichnet. Insgesamt erzielte das HFR einen Umsatz von 537,7 Millionen Franken. Das sind 3,7 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Darin sind gemeinwirtschaftliche Leistungen (GWL) von 60 Millionen Franken und Covid-19-Beiträge von 35 Millionen Franken enthalten. 
Auf der anderen Seite betrug der Gesamtaufwand 533,4 Millionen Franken – 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Insbesondere die Kosten für Medikamente und Einwegmaterial stiegen um 6,4 Prozent. Aber auch die Zunahme des Personalaufwands um fast 5 Prozent fiel ins Gewicht, wie das Spital mitteilt.

Verlust auf dem Buchwert für Billens  

Trotz mehr Umsatz schliesst das HFR das Jahr 2021 mit einem Verlust von 25,6 Millionen Franken ab. Im Budget war nur ein Verlust von 3,55 Millionen Franken vorgesehen. Mit diesem negativen Ergebnis weist das Spital gegenüber dem Vorjahr einen mehr als doppelt so hohen Verlust aus. 
Zum tiefroten Ergebnis hat nebst dem operativen Minus von 17,9 Millionen Franken ein Verlust von 8,7  Millionen Franken beigetragen. Dieser ist auf den Buchwert des HFR Billens zurückzuführen, der sich aus der Rückgabe des Standorts an das Gesundheitsnetz Glane für einen symbolischen Franken ergibt.

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Verwaltungsrat ist «nicht zufrieden»

Der Verwaltungsrat des HFR nimmt dieses Ergebnis zwar zur Kenntnis, kann sich damit aber «nicht zufrieden» geben, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Dies umso mehr, als das Spital zudem bis Ende 2021 eine Gesamtschuld von 184 Millionen Franken gegenüber dem Kanton angehäuft habe und die kumulierten Defizite 55 Millionen Franken erreichten.
Aus diesem Grund hat der Verwaltungsrat «unerlässliche» Massnahmen für das Budget 2022 ergriffen. Dazu gehört «die Kostendämpfung bei den Löhnen». Konkret plant das HFR für das laufende Jahr mit einem Personalaufwand von 367,2 Millionen Franken. Das sind 7 Millionen Franken weniger als im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Qualität der klinischen Leistungen soll aber nicht beeinträchtigt werden, wie es heisst.
Weiter soll standardmässig die Effizienz gesteigert werden, um Engpässe zu eliminieren und die Patientenversorgung zu verbessern. Eine mehrjährige Finanzplanung ist gemäss Spital in Vorbereitung und wird in den nächsten Monaten der Regierung vorgelegt.

  • Jahresbericht HFR 2021

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