Weniger Infektionen dank neuer Spitalkleidung

Kampf gegen Spitalinfektionen: Nanopartikel aus Kupfer in Kleidungsstücken versprechen Bakterien und Viren zu töten.

, 27. Februar 2018, 08:00
image
  • spital
  • infektiologie
  • hygiene
In der Schweiz erleiden knapp sechs Prozent der Patienten während eines Spitalaufenthalts eine Infektion. Dies zeigte vor kurzem eine vom BAG unterstützte Studie der Expertengruppe Swissnoso.
Eine Rolle bei der Ansteckung spielen dabei Arztkittel und Co. Ein neues Material soll jetzt Ärzte und Pflegepersonal besser vor der Übertragbarkeit von Keimen schützen. Die Methode: Die Spitalkleidung soll in ein vorbehandeltes Kupfer-Bad eingetaucht werden. 

Kupfer ähnlich wie Gold

Entwickelt haben das neue Verfahren Forscher der Universität Manchester – gemeinsam mit chinesischen Kollegen aus der Materialwissenschaft. Publiziert wurde die Studie im Fachmagazin «Journal of Nanomaterials».
Chufeng Sun, Yi Li, Zhi Li, Qiong Su, Yanbin Wang, Xuqing Liu «Durable and Washable Antibacterial Copper Nanoparticles Bridged by Surface Grafting Polymer Brushes on Cotton and Polymeric Materials», in: «Journal of Nanomaterials», Januar 2018
Die Substanz habe hohes Potenzial für Anwendungen im medizinischen Bereich, heisst es in einer Mitteilung. «Unser Material hat exzellente antibakterielle Eigenschaften und ist äusserst haltbar», erklärt Forscher Xuqing Liu.
Kupfer töte Bakterien und Viren ab, sogar die, die gegen Desinfektionsmittel resistent seien. Das Element habe zudem ähnliche antibakterielle und antimikrobielle Eigenschaften wie Gold und Silber, sei aber weitaus günstiger.

Staphylococcus aureus hatte keine Chance

Das Verfahren funktioniert wie folgt: Die Nanopartikel aus Kupfer schwimmen in einer Lösung. Anschliessend werden die Stoffe aus Baumwolle oder Polyester eingetaucht. Dabei gehen die Teilchen eine Verbindung mit den Fasern ein.
Selbst nach 30 Waschgängen hatte zum Beispiel das Bakterium Staphylococcus aureus keine Überlebenschance, wenn es mit der präparierten Kleidung in Berührung kam. 
Artikel teilen

Loading

Comment

Home Delivery
2 x pro Woche. Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Bildungsstation am Kantonsspital Aarau

Das Kantonsspital Aarau bildet derzeit über 350 Lernende und Studierende im Bereich Pflege und medizinische therapeutische Therapieberufe aus. Ihnen ein attraktives Arbeits- und Ausbildungsumfeld zu bieten ist das oberste Ziel. Dazu geht das KSA innovative Wege.

image

Neuer Chefarzt für die Rehaklinik Zihlschlacht

Karsten Krakow übernimmt die Funktion des Chefarztes für Neurologische Rehabilitation und Frührehabilitation bei der Vamed-Rehaklinik Zihlschlacht.

image

Hier könnte bald ein neues Spital stehen

Die Lindenhofgruppe prüft auf dem Berner Springgarten-Areal die Realisierung eines möglichen neuen Spitalstandorts.

image

Kantonsspital St.Gallen stellt die Notfallmedizin neu auf

Das Kantonsspital St.Gallen organisiert die Zentrale Notfallaufnahme neu, vollzieht gleichzeitig einen Namenswechsel und ernennt eine neue ärztliche Leiterin.

image

Gleich vier neue Chefärzte für das Universitätsspital

Am Universitätsspital Basel (USB) treten in den nächsten Monaten zwei Chefärztinnen und zwei Chefärzte ihre neuen Positionen an.

image

Schaffhausen: Spitalrat befördert Boris Jung

Die Spitäler Schaffhausen haben den bisherigen Oberarzt zum Leitenden Arzt für ambulante Psychiatrie ernannt.

Vom gleichen Autor

image

Insel Gruppe: Chefarzt Stephan Jakob gibt Leitung weiter

Joerg C. Schefold übernimmt die Klinikleitung der Intensivmedizin am Berner Inselspital. Er folgt auf Stephan Jakob, der in Pension gehen wird.

image

Ärzte greifen während Arbeit zu Alkohol und Drogen

Da die Belastung im Gesundheitswesen hoch ist, erscheinen offenbar Ärzte sogar betrunken oder high zur Arbeit. Dies zumindest geht aus einer Umfrage aus den USA hervor.

image

Ist Mikroplastik im Blut eine Gefahr für die Gesundheit?

Die Basler Nationalrätin Sarah Wyss will wissen, welchen Einfluss Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit hat. Hier die offizielle Antwort des Bundesrates.