Sind Operationen nach Rauch-Stopp erfolgreicher?

Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) untersucht bei 250 Rauchern, ob eine Raucherentwöhnung vor deren Operationen den Heilungsverlauf verbessert.

, 9. März 2022, 09:50
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«Unsere Hypothese lautet, dass eine Rauchentwöhnung die Komplikationsrate massiv verringert», sagt Christian Fankhauser, Oberarzt in der Klinik für Urologie am LUKS, gemäss einer Mitteilung des Spitals. Fankhauser ist der Leiter einer neuen Studie.

Bis 90 Tage nach der Operation

Diese soll in den nächsten fünf Jahren Erkenntnisse darüber bringen, wie viel ein Rauchstopp vor Operationen nützt. Untersucht werden die Auswirkungen einer intensiven Rauchentwöhnung auf Komplikationen wie etwa Lungenentzündungen oder Herzinfarkte.
Dazu werden parallel zwei Gruppen von je 125 Raucherinnen und Raucher beobachtet. Bei der ersten Gruppe findet erst eine Rauchentwöhnung statt, bei der zweiten nicht. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. 90 Tage nach der Operation wird der Comprehensive Complication Index (CCI) verglichen.

Krebsforschung Schweiz finanziert

Dieser Index misst alle Komplikationen nach einer Operation. Erfasst wird auch, wie lange der Spitalaufenthalt dauert und wie lange die Patienten davor nicht oder weniger geraucht haben. Auch die Lebensqualität und die psychischen Gesundheit werden eingezogen. Das Spital erfasst die Studiendaten erstmals mit seinem neuen Klinikinformationssystem. Finanziert wird die Studie von der Stiftung Krebsforschung Schweiz.
Am LUKS werden in der Kardiologie bereits jetzt Rauchstopp-Beratungen durchgeführt. Christian Fankhauser findet, dass eine ausgebaute Rauchstoppberatung in Zukunft Standard sein sollte.
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