Politiker will Register für Behandlungsfehler

Neo-Gesundheitspolitiker Ulrich Giezendanner will durch eine Art «Spitalgarantie» Kosten im Gesundheitswesen dämpfen.

, 3. Oktober 2016 um 08:15
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SVP-Nationalrat und KPT-Vizepräsident Ulrich Giezendanner sitzt seit einem Jahr in der Gesundheitskommission. Mit einer parlamentarischen Initiative will der Politiker nun etwas gegen die Kostensteigerung im Gesundheitswesen unternehmen. 
«Ich will ein Register, in dem Fehloperationen aufgelistet werden», sagte der Aargauer Transportunternehmer dem «Blick». Erst dann könne die Krankenkasse Regress nehmen und Zahlungen sistieren. Seine Initiative wurde von über 50 Nationalräten unterschrieben.

Will Spitäler in die Pflicht nehmen 

«Zehn Prozent aller Patienten erleiden im Spital einen gesundheitsschädigenden Zwischenfall», zitiert «Giezi» einen Bericht des Bundesrates. Der bald 63-Jährige ist überzeugt: «Die meisten davon könnten verhindert werden.»
«Ich will nicht die Ärzte angreifen, Fehler passieren auch mir», so der Unternehmer weiter. Aber er zielt auf die Spitäler, die anstelle der Krankenkasse die Fehler bezahlen sollen. «Meine Initiative führt zu mehr Qualität. Und mehr Qualität wird günstiger.» 
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