Fallpauschalen Swiss DRG: Greift jetzt der Bundesrat ein?

Die Ärzteverbindung FMH kritisiert das derzeitige Fallpauschalensystem. Swiss-DRG-Geschäftsführer Simon Hölzer kann dies nicht ganz nachvollziehen.

, 8. August 2017, 08:25
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Die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) vermisst beim aktuellen Fallpauschalenkatalog 7.0 der Firma Swiss DRG eine Gesamtstrategie mit klaren Zielen. Dies berichtet die «Luzerner Zeitung». 
Wenn es bis Ende 2019 kein Gesamtkonzept mit entsprechenden Massnahmen gebe, drohe ein Eingreifen des Bundesrats in die Tarifstruktur, befürchtet die FMH.

Medizinische Aspekte kommen zu kurz

Dies will die FMH unter allen Umständen vermeiden: «Es besteht klarer Handlungsbedarf», sagt Beatrix Meyer der Zeitung; sie ist Leiterin Abteilung Stationäre Versorgung und Tarife bei der FMH.
Meyer empfiehlt, dass sich Swiss DRG mit allen Partnern an einen Tisch setzt, um strategisch Klarheit zu schaffen. Bei der Festlegung von Fallpauschalen sollen neben ökonomischen Gesichtspunkten medizinische Aspekte nicht zu kurz kommen, fordern die Ärzte.

Weniger Komplexität, mehr Pragmatismus

Das DRG-System werde nachweislich jährlich besser, sagt Simon Hölzer, Geschäftsführer von Swiss DRG zur «Luzerner Zeitung». Weniger Komplexität, mehr Pragmatismus sei seine Strategie. 
Der Chef der Institution für Leistungserbringer, Versicherer und Kantone könne die Stellungnahme der FMH in weiten Teilen nicht nachvollziehen.
  • Erstens sei ein Eingriff des Bundesrates «quasi ausgeschlossen».
  • Zweitens stelle seine Organisation sicher, «dass das System der aktuellen Medizin folgt».
  • Drittens versuche man, mit dem Pauschalsystem trotz Limitierungen «die richtigen Anreize zu setzen».
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