So funktioniert der elektronische Medikamentenschrank

Die Aktionswoche Patientensicherheit ist angelaufen. Sie steht unter dem Motto «Gemeinsam zur sicheren Medikation». Ein Beispiel dazu liefert das Kantonsspital Baden mit dem elektronischen Medikamentenschrank.

, 12. September 2022 um 07:49
image
KSB-Chefapotheker Peter Wiedemeier mit dem elektronischen Medikamentenschrank. | zvg
Im Gesundheitsweisen der Schweiz steckt die Digitalisierung in den Kinderschuhen. Vielleicht auch deshalb machen Leistungserbringer darauf aufmerksam, wenn sie in diesem Bereich Fortschritte erzielen. So zum Beispiel das Kantonsspital Baden (KSB) mit seinem elektronischen Medikamentenschrank.
Doch der Zeitpunkt der Medienmitteilung ist nicht zufällig gewählt. Die von der Stiftung Patientensicherheit Schweiz lancierte Aktionswoche Patientensicherheit steht unter dem Motto «Gemeinsam zur sicheren Medikation». Und hier leistet der elektronische Medikamentenschrank seinen Beitrag. Laut dem KSB sorgt er nicht nur für effizientere Prozesse, sondern erhöht auch die Patientensicherheit.
Wie das geht, zeigt das KSB hier in einem Video. Peter Wiedemeier ist Chefapotheker am KSB. Er hat mit dem neuen System nur positive Erfahrungen gemacht und sagt: «Mit dem elektronischen Medikamentenschrank kommt es seltener zu Verwechslungen von ähnlich aussehenden Medikamenten. Falls jemand dennoch einmal zum falschen Medikament greifen sollte, leuchtet ein rotes Licht auf und ein Warnton ertönt.»
Die Software «eSyNet» erstellt auf Knopfdruck Medikamentenlisten für die jeweilige Station. Neigt sich ein Medikamentenbestand dem Ende entgegen, bestellt die Software diese automatisch nach. Zudem prüft sie Rezeptänderungen. In solchen Fällen werden Pflegende wie auch die Spitalapotheke automatisch informiert. .
image
«Ich finde es besser als vorher. Mehr Sicherheit ist gewährleistet. Man ist schneller.»

image
Für die Patientensicherheit ist es sehr vorteilhaft

Die Aktionswoche Patientensicherheit findet dieses Jahr vom 12. bis 18. September 2022 statt. Diverse Gesundheitsinstitutionen in der ganzen Schweiz unterstützen die Woche mit Standaktionen, Teamschulungen sowie mit öffentlich sichtbaren Aktionen am Welttag der Patientensicherheit vom 17. September 2022. Das Motto der diesjährigen Aktionswoche lautet «Gemeinsam zur sicheren Medikation». Jährlich entstehen geschätzte Kosten von bis zu 41 Milliarden Franken aufgrund von Medikations- oder Behandlungsfehlern. Gemäss Schätzungen der WHO könnte etwa ein Drittel davon vermieden werden.

  • spital
  • kantonsspital baden
  • digitalisierung
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Hirslanden: Umbau an der Spitze – näher zu den Regionen

Hirslanden-Zürich-Direktor Marco Gugolz zieht als Regional Operations Executive in die Konzernleitung ein.

image

Was geschieht mit dem Spital Thusis?

Die Stiftung Gesundheit Mittelbünden sucht Wege aus der finanziellen Krise – beraten von PwC. Ein Entscheid soll im Herbst fallen.

image

CSEB: «Herausfordernd, aber zufriedenstellend»

Trotz roten Zahlen und leicht rückläufigen Patientenzahlen gibt sich das Center da sandà Engiadina Bassa optimistisch.

image

Spital STS: Hohe Patientenzahlen bewahren nicht vor Verlust

Sowohl stationär als auch ambulant gab es bei der Spitalgruppe Simmental-Thun-Saanenland 2023 einen Zuwachs.

image

Spital Lachen bricht Neubau-Projekt ab

Nun soll saniert statt neu gebaut werden – aus finanziellen Gründen, aber auch wegen der Flexibilität.

image

Spitalzentrum Biel: Sehr rote Zahlen wegen Sonderabschreiber

Andererseits war 2023 ein Wachstumsjahr für die SZB-Gruppe, es gab einen Rekordwert bei den Patientenzahlen. Und die dynamische Entwicklung setze sich 2024 fort.

Vom gleichen Autor

image

«Frau Bundesrätin, lassen Sie den lächerlichen Streit beiseite...»

In der Ständerats-Debatte zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen waren auch Tarmed und Tardoc ein Thema.

image

Keine Zulassungserleichterung für Orphan Drugs

Eine schnellere Zulassung für Arzneimittel bei seltenen Krankheiten hätte laut dem Bundesrat hohe Kostenfolgen.

image

Kinder- und Jugendpsychiatrie: Nun soll's der Bundesrat richten

Der Nationalrat verlangt, dass der Bundesrat in die Kompetenz der Kantone und der Tarifpartner eingreift.