Zürcher Zusatzversicherten-Steuer: Wer wieviel bezahlen muss

Der Kanton Zürich plant eine Abgabe auf die Erträge, welche die Spitäler mit zusatzversicherten Patienten erzielen. Die Liste zeigt: Das gibt eine eigentliche Hirslanden-Steuer.

, 8. Juli 2016 um 10:11
image
  • zürich
  • spital
  • hirslanden
Es war gestern ein gesundheitspolitisches Hauptthema: Der Zürcher Regierungsrat will, dass die Zürcher Listenspitäler eine Abgabe leisten auf die Erträge, welche sie mit der stationären Behandlung von Zusatzversicherten erzielen. Nimmt man die Zahlen des Jahres 2015, so würde der Kanton damit rund 43 Millionen Franken einnehmen.
Aber was heisst das konkret? Welche Klinik müsste dann wieviel versteuern? Bekanntlich arbeitet die Zürcher Regierung mit einem Stufenmodell: Wer weniger als 20 Prozent Zusatzversicherte hat, bezahlt nichts. Wer aber beispielsweise über 35 Prozent an Halbprivat- und Privatpatienten aufweist, gibt 30 Prozent der Erträge darauf ab.
Rechnet man dies nun konkret um, so ergäben sich – nach den Zahlen 2015 – folgende Neu-Abgaben:
  1. Klinik Hirslanden: 34,1 Millionen Franken
  2. Schulthess Klinik: 5,8 Millionen Franken
  3. Universitätsklinik Balgrist: 0,7 Millionen Franken
  4. Spital Männedorf: 0,6 Millionen Franken
  5. Klinik Susenberg: 0,4 Millionen Franken
  6. Universitätsspital Zürich: 0,3 Millionen Franken
  7. See-Spital Horgen: 0,2 Millionen Franken
  8. Kantonsspital Winterthur — See-Spital Kilchberg — Uroviva — RehaClinic Zollikerberg: jeweils 0,1 Millionen Franken
  9. GZO Spital Wetzikon: 0,04 Millionen Franken
  10. RehaClinic Kilchberg: 0,02 Millionen Franken

Die Privatkliniken Hirslanden und Schulthess würden also für ihre hohen Anteile von 75,7 Prozent respektive 49,7 Prozent Zusatzversicherten zur Kasse gebeten und den Hauptharst der neuen Einnahmen generieren.
Zum Vergleich: Die ganze Hirslanden-Gruppe erzielte im letzten Geschäftsjahr einen Betriebsgewinn (EBITDA) von 325 Millionen Franken.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Hirslanden: Umbau an der Spitze – näher zu den Regionen

Hirslanden-Zürich-Direktor Marco Gugolz zieht als Regional Operations Executive in die Konzernleitung ein.

image

Was geschieht mit dem Spital Thusis?

Die Stiftung Gesundheit Mittelbünden sucht Wege aus der finanziellen Krise – beraten von PwC. Ein Entscheid soll im Herbst fallen.

image

CSEB: «Herausfordernd, aber zufriedenstellend»

Trotz roten Zahlen und leicht rückläufigen Patientenzahlen gibt sich das Center da sandà Engiadina Bassa optimistisch.

image

Spital STS: Hohe Patientenzahlen bewahren nicht vor Verlust

Sowohl stationär als auch ambulant gab es bei der Spitalgruppe Simmental-Thun-Saanenland 2023 einen Zuwachs.

image

Spital Lachen bricht Neubau-Projekt ab

Nun soll saniert statt neu gebaut werden – aus finanziellen Gründen, aber auch wegen der Flexibilität.

image

Spitalzentrum Biel: Sehr rote Zahlen wegen Sonderabschreiber

Andererseits war 2023 ein Wachstumsjahr für die SZB-Gruppe, es gab einen Rekordwert bei den Patientenzahlen. Und die dynamische Entwicklung setze sich 2024 fort.

Vom gleichen Autor

image

Überarztung: Wer rückfordern will, braucht Beweise

Das Bundesgericht greift in die WZW-Ermittlungsverfahren ein: Ein Grundsatzurteil dürfte die gängigen Prozesse umkrempeln.

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.