Wer ist schuld an den Prämienerhöhungen?

Eine Umfrage unter 42'000 Personen bringt eine durchaus konzise Kurzanalyse ans Licht.

, 29. September 2017, 05:00
image
  • politik
  • gesundheitskosten
  • krankenkassenprämien
Natürlich gab es auch gestern umgehend wieder Schuldzuweisungen für den Prämienanstieg um 4 Prozent (im Standardmodell) beziehungsweise 4,9 Prozent (im Durchschnitt). Am Interessantesten erscheint uns dabei die Schnell-Analyse, die sich auf «20 Minuten» findet. Das Newsportal nämlich schlicht sein Millionenpublikum: «Wer ist schuld an den immer höheren Prämien?» – und bislang antworteten 42'000 Personen. Also sehr, sehr viele.
Deren Analyse erscheint einem durchaus vernünftig. Die Hauptgruppe befand nämlich: «Alle zusammen». Diese Antwort klickten 35 Prozent an. Es folgten:

  • Die Patienten: 16 Prozent
  • Ärzte und Spitäler: 15 Prozent
  • Technischer Fortschritt und steigende Lebenserwartung: 11 Prozent
  • Die Krankenkassen: 10 Prozent
  • Der Gesundheitsminister. 8 Prozent
  • Andere: 5 Prozent

Strassenumfragen


Was lernen wir daraus? Die Bevölkerung hat erkannt, dass die Politik («der Gesundheitsminister») relativ wenig Einfluss hat; oder dass das Problem vielschichtig ist («alle zusammen»). Vor allem aber scheinen Herr und Frau Schweizer durchaus sensibilisiert zu sein dafür, dass den Patienten eine erhebliche Verantwortung zukommt.

Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Infektionskrankheiten: Der Bund soll Viren künftig überwachen

Das wissenschaftliche Beratungsgremium Covid-19 fordert, dass die Schweiz Methoden zur künftigen Überwachung von Infektionskrankheiten prüft.

image

Heisse Debatte: Dauern manche Psychotherapien zu lange?

Basel will Kranke nicht mehr so lang psychiatrisch behandeln lassen. Eine ganz heikle Forderung, wie die Reaktionen zeigen.

image

Jugendliche griffen 2022 häufiger zur Flasche als 2021

Der Konsum von Alkohol und Nikotin hat erneut zugenommen; vor allem bei Mädchen. Das zeigt eine Befragung bei knapp 1100 Jugendlichen.

image

Nun will der Bund für mehr Organspenden sorgen

Niemand weiss, wann die Widerspruchslösung für Organspenden kommt. Deshalb macht der Bund nun viel Werbung für die freiwillige Spende.

image

Fast jeder zweite Schweizer ist gegen eine Digitalisierung seiner Gesundheitsdaten

Vor allem gegenüber Privatfirmen sind Schweizerinnen und Schweizer skeptisch, was ihre Gesundheitsdaten anbelangt. Sie befürchten laut einer Deloitte-Umfrage Missbrauch und Überwachung.

image

Rega wählt FDP-Nationalrätin Petra Gössi in den Stiftungsrat

Die Schweizerische Rettungsflugwacht hat zwei neue Mitglieder in ihr Gremium gewählt: Petra Gössi und Gabriele Casso.

Vom gleichen Autor

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.

image

Wer will bei den Helios-Kliniken einsteigen?

Der deutsche Healthcare-Konzern Fresenius sucht offenbar Interessenten für den Privatspital-Riesen Helios.

image

Deutschland: Investment-Firmen schlucken hunderte Arztpraxen

Medizin wird zur Spielwiese für internationale Fonds-Gesellschaften. Ärzte fürchten, dass sie zu Zulieferern degradiert werden.