Genolier attackiert die Spitalplanung in Neuenburg

Die Klinikgruppe kündigt den Gang durch die Gerichte an.

, 19. August 2015 um 06:51
image
  • spital
  • neuchâtel
  • genolier
  • swiss medical network
Die geplante Spitalliste des Kantons Neuenburg sei medizinisch gefährlich, undurchführbar, finanziell unsolide und verletzte die Verlassung: Mit dieser harten Beurteilung wendet sich Genolier Swiss Medical Network gegen die Spitalpläne der Neuenburger Regierung. 
Soeben war die neue Spitalliste des Kantons in der Vernehmlassung – und sie erwies sich offenbar ein schwerer Schlag für Genolier. Die zweitgrösste Privatklinikgruppe der Schweiz würde nach den Plänen der Kantonsregierung keinen einzigen neuen Leistungsauftrag erhalten. Beantragt hatte sie die Zulassung für Gynäkologie, Chirurgie, Urologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Reha. 
Zugleich würde die Zahl der zugewiesenen Fälle in den bisherigen Bereichen Nephrologie, Augenheilkunde und Orthopädie gesenkt.

Freie Arztwahl auf dem Prüfstand

In der Nierenheilkunde beispielsweise könnte Genolier ab dem kommenden Jahr nur noch 91 Fälle behandeln – dies, nachdem im ersten Halbjahr 2015 bereits 173 Nierenpatienten behandelt wurden. Antoine Wildhaber, Präsident von GSMN Neuchâtel, weist darauf hin, dass sich für die Patienten hier schlicht und einfach eine Einschränkung der freien Ärztewahl abzeichne.
Genolier hätte «keine andere Wahl», als dies vor den Gerichten zu bekämpfen, so das zur Aevis Viktoria Holding gehörende Spitalunternehmen. 
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Hirslanden: Umbau an der Spitze – näher zu den Regionen

Hirslanden-Zürich-Direktor Marco Gugolz zieht als Regional Operations Executive in die Konzernleitung ein.

image

Was geschieht mit dem Spital Thusis?

Die Stiftung Gesundheit Mittelbünden sucht Wege aus der finanziellen Krise – beraten von PwC. Ein Entscheid soll im Herbst fallen.

image

CSEB: «Herausfordernd, aber zufriedenstellend»

Trotz roten Zahlen und leicht rückläufigen Patientenzahlen gibt sich das Center da sandà Engiadina Bassa optimistisch.

image

Spital STS: Hohe Patientenzahlen bewahren nicht vor Verlust

Sowohl stationär als auch ambulant gab es bei der Spitalgruppe Simmental-Thun-Saanenland 2023 einen Zuwachs.

image

Spital Lachen bricht Neubau-Projekt ab

Nun soll saniert statt neu gebaut werden – aus finanziellen Gründen, aber auch wegen der Flexibilität.

image

Spitalzentrum Biel: Sehr rote Zahlen wegen Sonderabschreiber

Andererseits war 2023 ein Wachstumsjahr für die SZB-Gruppe, es gab einen Rekordwert bei den Patientenzahlen. Und die dynamische Entwicklung setze sich 2024 fort.

Vom gleichen Autor

image

Überarztung: Wer rückfordern will, braucht Beweise

Das Bundesgericht greift in die WZW-Ermittlungsverfahren ein: Ein Grundsatzurteil dürfte die gängigen Prozesse umkrempeln.

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.