Forscher fordern globalen Fonds für Impfstoffe

Wir sind zu passiv in der Entwicklung von Impfstoffen gegen Krankheiten wie Ebola oder Mers. Ein 2-Milliarden-Dollar-Fonds soll das grundlegend ändern.

, 22. Juli 2015, 21:00
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Eine Gruppe von Gesundheits-Experten verlangt die Schaffung eines Fonds für die Entwicklung von Impfstoffen: Mindestens 2 Milliarden Dollar sollen weltweit gesammelt werden, um Mittel gegen übertragbare Krankheiten wie Ebola, Mers oder das West-Nil-Virus zu entwickeln.
«Dieses Niveau sollte erreichbar sein, selbst in Zeiten, wo die Ressourcen begrenzt sind», schreiben Mediziner wie Stanley A. Plotkin, Abdel A. F. Mamoud und Jeremy Farrar im Aufruf, der im «New England Journal of Medicine» veröffentlicht wurde. «Man beachte nur die Kosten, die sich aus der Ebola-Notsituation ergaben: Sie werden auf bislang 8 Milliarden Dollar geschätzt und dürften am Ende weit höher liegen.»

Fonds als Lückenbüsser

Die Idee dabei: Der Fonds soll die Lücke überbrücken, welche zwischen der Grundlagenforschung an den Universitäten respektive bei kleinen Biotech-Firmen einerseits und den klinischen Versuchen und der Einführung andererseits klafft.

Stanley A. Plotkin, Adel A. F. Mahmud, Jeremy Farrar, «Establishing a Global Vaccine-Development Fund», in: «New England Journal of Medicine», Juni 2015.

«Es gibt heute nur vier grössere Hersteller, die sich auf die Entwicklung von Impfstoffen konzentrieren: GlaxoSmithKline, Merck, Pfizer und Sanofi Pasteur. Die Entwicklung von nur einem neuen Impfstoff verlangt Investitionen von mindestens 500 Millionen Dollar und bis zu 1 Milliarde Dollar in den komplexesten Fällen», so die Autoren. «Obendrein führen nur 7 Prozent der Impfstoff-Entwicklung-Projekte, welche die präklinische Entwicklungsphase erreichen, auch zu einer bewilligten Impfung.»

Das geht auch die Reise- und Versicherungsbranche an

Die Menschheit könne nicht länger passiv bleiiben «und den chronischen Mangel an Fortschritt in der Entwicklung neuer Impfstoffe oder in der Verbesserung bestehender Stoffe ignorieren», sagte Jeremy Farrar – Oxford-Professor, Leiter des Gesundheits-Bereichs des britischen Wellcome Trust und einer der Autoren – zur Nachrichtenagentur Reuters
Die Wissenschaftler stellen sich dabei vor, dass die 2 Milliarden Dollar aufgebracht werden durch Beiträge von Regierungen, Stiftungen und der Pharmaindustrie, aber auch von Quellen wie der Reise- und Versicherungsbranche.
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