Ärzte: Wie war das mit der 50-Stunden-Woche?

Die Überstunden eines durchschnittlichen Schweizer Spitalarztes summieren sich auf fast einen Arbeitstag – pro Woche.

, 8. Januar 2018, 11:20
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Die FMH hat eine Umfrage unter rund 1'500 Schweizer Ärztinnen und Ärzten veröffentlicht. Sie ergab, dass die hiesigen Mediziner immer noch sehr zufrieden sind mit ihrem Beruf: Fast 9 von 10 Befragten äussern sich «eher» oder «sehr» zufrieden – wobei der Wert bei den ambulant tätigen Ärzten am höchsten ausfiel (87 Prozent). Unter den Reha-Ärzten war die Zufriedenheit dagegen am tiefsten (75 Prozent).
Die Arbeitsbelastung der Ärzteschaft ist immer noch überdurchschnittlich. In der Akutsomatik wie in der Rehabilitation arbeitet die grosse Mehrheit Vollzeit (70 respektive 72 Prozent). Dabei erreicht ein durchschnittlicher Arzt mit einer Vollzeitstelle knapp 56 Stunden pro Woche – klar mehr als die Arbeitnehmer im schweizerischen Durchschnitt von 43 Stunden.
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Überstunden nach Hierarchiestufen in Schweizer Spitälern – Quelle/Grafik: FMH/GfS
Die hohen Werte erklären sich massgeblich aus den Überstunden: Im Durchschnitt leistet die Spitalärzteschaft in der Schweiz pro Arbeitswoche bei einem Vollzeitpensum 7,4 Überstunden – also fast einen Arbeitstag. 
Im Durchschnitt über die gesamte Ärzteschaft – also inklusive Teilzeit-Mandaten – werden 49 Stunden pro Arbeitswoche gearbeitet.
Allerdings: Es besteht tatsächlich ein Trend zu einem Abbau. Die Arbeitswoche der Ärzte verkürzte sich über die letzten sechs Jahre um 2 Stunden (bei Vollzeitstellen). Auch bei den Überstunden stellte die GfS-Erhebung seit 2011 eine Abnahme fest – minus 1 Stunde.
Quelle: FMH: «Entwicklung der Rahmenbedingungen für Ärztinnen und Ärzte – Befragungsergebnisse 2017» 
Im Auftrag der FMH führt das Institut gfs.bern seit 2011 eine repräsentative Befragung unter der Spitalärzteschaft und im praxisambulanten Bereich in der Akutsomatik durch. Seit 2013 werden auch Ärzte der Rehabilitation und Psychiatrie befragt. In der aktuellen Erhebung 2017 befragte GFS 1'471 Medizinerinnen und Mediziner.
Trotz hoher Zufriedenheit: In der Tendenz verspüren die GfS-Befrager eine leichte Abnahme der Zufriedenheit seit 2011. Insbesondere in der Akutsomatik und der Reha werde vermehrt auch mit dem Gedanken gespielt, nach Jobs ausserhalb des Gesundheitswesens zu suchen.
Als wichtigste negative Faktoren nannten die Befragten dabei den Leistungs- wie auch den Zeitdruck. Auf der anderen Seite zeigten sich die Ärzte sehr zufrieden mit der Arbeit im Team, mit den Vorgesetzten und auch mit der gelebten Fehlerkultur. Potential macht die FMH-Studie beim Informationsfluss im Spital fest, ferner bei der Zusammenarbeit mit der Verwaltung und auch im Umgang mit Kosten.
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