KSA: Patient stirbt trotz gefeierter Roboter-Operation

Mit einem seltenen Eingriff wurde einem Mann am Kantonsspital Aarau ein Tumor entfernt. Nun ist er verstorben.

, 7. November 2023 um 09:08
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Der Tumor mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern hatte die Lendenwirbelsäule zu grossen Teilen ummauert. | 3-D-Rekonstruktion: KSA
Vor bald drei Monaten wurde im Kantonsspital Aarau «eine in der Schweiz bislang einzigartige Tumorentfernung und Wirbelsäulenrekonstruktion» durchgeführt, wie das KSA damals vermeldete. Es habe sich dabei um eine sehr seltene, 25-stündige Operation gehandelt, die weltweit erst dreimal gelungen war. Zum Einsatz kam auch der «Cirq»-Roboter.
Der Patient, ein 42-jähriger Familienvater, war von einem 30 Zentimeter grossen lebensbedrohlichen Tumor am Rücken betroffen, als Folge dessen er Lähmungen in den Beinen hatte.
«Die Operation verlief gut. Bei einem solch schwerwiegenden Eingriff ist ein solch positives Resultat sehr selten», wurden die verantwortlichen Ärzte in der Mitteilung zitiert. «Der Patient konnte rund zwei Wochen nach der Operation wieder seine ersten Schritte machen. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.»
Wie mehrere Medien, darunter das «Zofinger Tagblatt» und die «Aargauer Zeitung» nun aber berichten, ist der Patient bereits im September verstorben – knapp zwei Monate nach dem gefeierten Eingriff.

Schweigepflicht

Weshalb der Patient starb und ob es einen Zusammenhang zur Operation gibt, bleibt offen. Auf Anfrage des «Zofinger Tagblattes» wollte sich das KSA nicht äussern, mit Verweis auf die Schweigepflicht. Unklar sei demnach auch, ob der Patient nach dem Eingriff am KSA weiterbehandelt wurde, in einer Rehaklinik war oder nach Hause entlassen werden konnte.
Die hochkomplexe Operation fand Ende Juni statt – ihr ging eine zweiwöchige Planung, unter anderem mit Hilfe eines detailgetreuen 3D-Modells in Virtual Reality voraus. Aussergewöhnlich war auch, dass erstmals der «Cirq»-Roboter zur Rekonstruktion der Wirbelsäule im Einsatz war.
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