SRO-CEO tritt zurück – Grund sind strategische Differenzen

Nach 15 Jahren verlässt Andreas Kohli die Spital Region Oberaargau per sofort.

, 3. Juni 2025 um 12:01
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Bild: zvg
Überraschender Führungswechsel bei der Spital Region Oberaargau: Andreas Kohli, der das Unternehmen während 15 Jahren als Direktor prägte, hat seine Kündigung eingereicht. Auf eigenen Wunsch wurde er per sofort von all seinen Funktionen entbunden.
Als Grund nennt Kohli «unterschiedliche Auffassungen in strategischen Fragen und deren operativer Umsetzung». Weitere Details nennt die knappe Mitteilung nicht.
Übergangsweise übernimmt sein Stellvertreter Rolf Hayoz, derzeit Leiter Finanzen, die Leitung der Direktion. Die Stelle soll spätestens Anfang 2026 definitiv neu besetzt werden.

Bedauern vom VR

Der Verwaltungsrat würdigt Kohlis Verdienste mit lobenden Worten: Er habe das Spital «umsichtig und mit viel Sachverstand» geführt, das medizinische Angebot erweitert und die hausärztliche sowie notfallmedizinische Versorgung gestärkt.
In seine Amtszeit fiel auch die umfassende Erneuerung der Infrastruktur, wodurch sich die SRO zu einem modernen Gesundheitsversorger entwickelte – mit Ausstrahlung weit über die Region Langenthal hinaus.
Verwaltungsratspräsident Daniel Schmid dankt Kohli ausdrücklich: «Gemeinsam haben wir in den letzten Jahren sehr viel bewegt und erreicht. Wir bedauern seinen Weggang, respektieren aber seinen Entscheid und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.»

Spekulationen um Rücktritt

Über die genauen Gründe für den Rücktritt von Andreas Kohli kann derzeit nur spekuliert werden. Klar ist: Die Spital Region Oberaargau befand sich zuletzt in einem bedeutenden Umstrukturierungsprozess. Anfang Jahr betonte Kohli im Gespräch mit dem «Unter-Emmentaler», dass die künftige Zusammenarbeit mit der Regionalspital Emmental AG ein zentrales strategisches Vorhaben sei. Grundlage dafür ist die vom Regierungsrat 2021 verabschiedete Spitalversorgungsstrategie im Rahmen des sogenannten «4+-Regionen-Modells», das auf stärkere Koordination, mehr Synergien und eine langfristige Sicherung der Grundversorgung abzielt.
Befürchtungen, der Standort Langenthal könne im Zuge dieser Entwicklung geschwächt werden, wies Kohli damals deutlich zurück: Auch künftig werde es dort ein qualitativ hochwertiges Spitalangebot mit Notfallstation geben – ebenso wie in Burgdorf und Langnau. Damit entkräftete er Spekulationen über einen möglichen Abbau in Langenthal, die zuletzt in der Region kursierten.
Ziel sei es, bestehende Strukturen zu optimieren – ohne die regionale Versorgung einzuschränken. Kohli hatte mehrfach betont, dass mehr Zusammenarbeit nicht gleichbedeutend mit weniger Leistung sei.
Ob sein Rücktritt mit strategischen Differenzen im Zuge dieser Neuausrichtung zusammenhängt, bleibt offen.

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