Sehne statt Kunststoff: Operations-Premiere bei Gebärmutter-Senkung

Im Berner Lindenhofspital wurde erstmals in der Schweiz eine Gebärmuttersenkung mit einer körpereigenen Sehne behoben.

, 18. Dezember 2023 um 23:00
letzte Aktualisierung: 21. Februar 2024 um 08:11
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Ralf Rothmund, Klinikdirektor des Frauenzentrums Bern der Lindenhofgruppe, mit Amadeus Hornemann bei der HoTT®-Operation | Bild: Rob Lewis / lgh
Ralf Rothmund, der Klinikdirektor des Frauenzentrums Bern der Lindenhofgruppe, und der Frankfurter Gynäkologe Amadeus Hornemann kennen sich seit Jahren – und beide sind Experten in der minimalinvasiven gynäkologischen Chirurgie.
Mitte Oktober arbeiteten sie nun bei einer Schweizer Premiere zusammen: Bei einer Patientin korrigierten sie die Senkung der Gebärmutter mit körpereigenem Material, nämlich mit einem Teil der Sehne des Musculus semitendinosus – und nicht mit einem Kunststoffnetz.
Amadeus Hornemann hatte die entsprechende Technik namens «HoTT®» (Hornemann Tendon Transplantation) vor fünf Jahren selber entwickelt. Als Fremdkörper kann das Kunststoffnetz zu Unverträglichkeiten und Schmerzen führen – aus gynäkologischer Sicht bietet eine Fixierung der Gebärmutter mittels Sehne also starke Vorteile.
Die Lindenhofgruppe bietet die neue Operationstechnik ab sofort an. Die Patientinnen werden durch Ralf Rothmund im Rahmen der Registerstudie der Universitätsfrauenklinik Bonn behandelt.
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