Was man als Unispital-Direktor können muss

Die Stelle von Rita Ziegler, der zurücktretenden Direktorin des Universitätsspitals Zürich, wurde nun ausgeschrieben. Hier der Anforderungskatalog.

, 26. Oktober 2015 um 09:17
image
  • universitätsspital zürich
  • zürich
  • spital
Vor gut einem Monat, am 10. September, gab die Direktorin des Universitätsspitals Zürich ihren Rücktritt bekannt: Rita Ziegler will ihre Posten Ende März abgeben – mit ihrem 63. Geburtstag. 
Jetzt wurde ihre Stelle öffentlich ausgeschrieben: Gesucht wird per Inserat «eine erfahrene und dynamische Führungspersönlichkeit als Vorsitzende/-r der Spitaldirektion». 
Viele erwarten ja, dass solche Positionen ohnehin politisch besetzt und eher pro forma ausgeschrieben werden. Doch in diesem Fall hat der Spitalrat um seinen Präsidenten Martin Waser doch auch einen externen Personaldienstleister mit der Suche beauftragt: Man ist sich offenbar bewusst, dass die Leitung des 8000-Mitarbeiter-Projekts USZ höchste Anforderungen stellt und nicht leicht zu besetzen sein wird.
Martin Waser, der Präsident des Spitalrats, hatte bei der Ankündigung von Rita Zieglers Rücktritt im September ja gar angedeutet, dass eventuell eine interimistische Lösung nötig werden könnte. Dann würde Jürg Hodler, derzeit ärztlicher Direktor des USZ und Stellvertreter von Rita Ziegler, im Frühjahr vorübergehend den Vorsitz übernehmen.
Als Hauptaufgaben nennt das Stelleninserat nun unter anderem:

  • eine nachhaltige und zukunftsgerichtete Weiterentwicklung des USZ;
  • Festlegung der operativen Schwerpunkte und Prioritäten, um die Versorgung der Bevölkerung mit einer universitären Medizin zu sichern, die patientenorientierte und wirtschaftliche Gesichtspunkte berücksichtigt;
  • die moderne Führung des Klinikbetriebs; 
  • interne und externe Kommunikation. 

Als Impulsgeber in der Geschäftsleitung müsse die neue Führungsperson «für eine konsequente, zeitgemässe Positionierung des USZ als führende nationale Institution im Gesundheitswesen mit internationaler Ausstrahlung» sorgen. 
Erwähnt wird auch die Pflege langfristiger Beziehungen mit der Universität und der ETH Zürich.
Zum erwarteten Profil gehören: 

  • Leistungsausweise im Management sehr grosser Personalkörper;
  • akademischer Abschluss;
  • Erfahrung in sich rasch verändernden Umfeldern;
  • grosse Strategiekompetenz und konsequente Umsetzungsorientierung;
  • die Fähigkeit, unterschiedlichste Gruppen in eine Strategie einzubinden;
  • hohe Affinität zum Gesundheitswesen und ein Sensorium für dessen zukünftige Herausforderungen (eine längere Erfahrung in der Branche wird also nicht explizit verlangt)
  • exzellente Kommunikations- und Präsentationsfähigkeiten, gewinnendes Auftreten;
  • Verhandlungssicherheit in Deutsch, Französisch und Englisch werden vorausgesetzt, weitere Sprachen seien wünschenswert.

Zur «Ergänzung des Profils», so das Inserat weiter, wäre Know-how in Baufragen beziehungsweise Planungs- und Prozesssteuerung sehr willkommen.
Hier wird spürbar, dass die Leitung des USZ in den nächsten Jahren zu weiten Teilen eben auch eine Baumanagement-Aufgabe ist: Die geplante Neuentwicklung des Hochschulquartiers und das USZ-Grossambulatorium beim Zürcher Flughafen werden gewiss zu Hauptthemen der Person, die auf Rita Ziegler folgt.


Forum Hochschulgebiet Zürich
Am 2. November findet in Zürich eine  Informationsveranstaltung zu den geplanten Neuerungen im Hochschulquartier statt: «Den Wissens- und Gesundheitsstandort im Herzen der Stadt Zürich weiterentwickeln» — Montag, 2. November 2015, Kunsthaus Zürich, Vortragssaal, 19.00–21.00 Uhr
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Hirslanden: Umbau an der Spitze – näher zu den Regionen

Hirslanden-Zürich-Direktor Marco Gugolz zieht als Regional Operations Executive in die Konzernleitung ein.

image

Was geschieht mit dem Spital Thusis?

Die Stiftung Gesundheit Mittelbünden sucht Wege aus der finanziellen Krise – beraten von PwC. Ein Entscheid soll im Herbst fallen.

image

CSEB: «Herausfordernd, aber zufriedenstellend»

Trotz roten Zahlen und leicht rückläufigen Patientenzahlen gibt sich das Center da sandà Engiadina Bassa optimistisch.

image

Spital STS: Hohe Patientenzahlen bewahren nicht vor Verlust

Sowohl stationär als auch ambulant gab es bei der Spitalgruppe Simmental-Thun-Saanenland 2023 einen Zuwachs.

image

Spital Lachen bricht Neubau-Projekt ab

Nun soll saniert statt neu gebaut werden – aus finanziellen Gründen, aber auch wegen der Flexibilität.

image

Spitalzentrum Biel: Sehr rote Zahlen wegen Sonderabschreiber

Andererseits war 2023 ein Wachstumsjahr für die SZB-Gruppe, es gab einen Rekordwert bei den Patientenzahlen. Und die dynamische Entwicklung setze sich 2024 fort.

Vom gleichen Autor

image

Überarztung: Wer rückfordern will, braucht Beweise

Das Bundesgericht greift in die WZW-Ermittlungsverfahren ein: Ein Grundsatzurteil dürfte die gängigen Prozesse umkrempeln.

image

Kantone haben die Hausaufgaben gemacht - aber es fehlt an der Finanzierung

Palliative Care löst nicht alle Probleme im Gesundheitswesen: … Palliative Care kann jedoch ein Hebel sein.

image

Brust-Zentrum Zürich geht an belgische Investment-Holding

Kennen Sie Affidea? Der Healthcare-Konzern expandiert rasant. Jetzt auch in der Deutschschweiz. Mit 320 Zentren in 15 Ländern beschäftigt er über 7000 Ärzte.