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Sportmedizinische Untersuchungen und Behandlungen

Chefarzt und Klinikleiter PD Dr. med. Dieter Cadosch spricht im Interview über die aktuelle Kampagne des Kantonsspitals Aarau und das Leistungsangebot der Klinik für Orthopädie und Traumatologie.

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  • wir tun etwas gegen stillstand
Herr Cadosch, aktuell macht die Klinik für Orthopädie und Traumatologie des KSA auf Plakaten und Bussen, via Social Media und einer Themenseite online auf sich aufmerksam. Was ist das Ziel der Kampagne?
Dieter Cadosch: Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass die unbeschwerte Bewegung nicht für alle selbstverständlich ist. Viele Menschen leiden unter Schulter-, Rücken, Hüft-, Knie- oder Fussschmerzen oder sind aufgrund von Fehlbildungen, in Folge eines Unfalls oder einer Verletzung, in ihrer Freiheit eingeschränkt. Hier kommen wir Orthopäden und Traumatologinnen ins Spiel. Wir können in solchen Fällen medizinisch vieles bewegen, damit Betroffene in Bewegung bleiben können. Wir verstehen uns als Chirurgen des Bewegungsapparates. Der Claim der Kampagne – «Wir tun etwas gegen Stillstand» – ist also wörtlich zu verstehen. Natürlich wollen wir mit dieser Kampagne der breiten Öffentlichkeit auch unser Leistungsangebot, unsere Expertise und chirurgische Fachkompetenz näherbringen. Dies durchaus auch auf unterhaltende Weise. Im demnächst erscheinenden Magazin, aber auch auf der Themensite bewegung.ksa.ch und auf Social Media vermitteln wir sehr viel mehr als nur medizinisches Wissen zum Thema Bewegung, Knochen, Gelenke und Muskeln. Es lohnt sich, da mal reinzuschauen.
Früher hat man auf Schonung gesetzt, etwa nach einer OP oder bei Arthrose, heute auf Bewegung. Woher kommt der Sinneswandel?
Früher dachte man, die Schonung sei eine gute Behandlung. Heute weiss man aus der Forschung und auch von unserer Erfahrung, dass genau das Gegenteil der Fall ist: Je aktiver die Patienten bleiben, desto besser die Muskulatur, desto schneller die Erholung respektive geringer die Abnützungserscheinungen. Das geht einher mit weniger Entzündungen und Schmerzen. Eine gute Muskulatur hat auch eine stabilisierende Wirkung und ist eine gute Prävention von Arthrose, da sie viele Belastungen abfängt.
Was machen Sie am KSA gegen den Stillstand der Patienten?
Gerade geriatrische Patienten operieren wir so bald wie möglich, damit sie rasch wieder mobil werden und in Bewegung bleiben. Dadurch kommt es auch zu weniger Komplikationen. Ziel der postoperativen Behandlung ist deshalb immer, den Patienten so schnell wie möglich bewegen zu lassen.
Wie kann Bewegung postoperative Komplikationen verhindern?
Wenn der Patient bettlägerig ist, bekommt er Druckstellen und atmet schlechter; besonders ältere Menschen erkranken dann zusätzlich an Atemwegsinfekten bis hin zur Lungenentzündung. Durch die Bettlägerigkeit baut man auch Muskulatur ab, die danach wieder mühsam auftrainiert werden muss. Dies versuchen wir durch die rasche Mobilisation zu verhindern.
Wie motivieren Sie Menschen, die bei der Bewegung Schmerzen haben?
Hat der Mensch Schmerzen bei Bewegung vermeidet er diese. Man muss natürlich abwägen, wie stark der Schmerz die Lebensqualität des Patienten beeinflusst. Es ist immer eine Gratwanderung. Oft kann man mit konservativen Massnahmen – Lebensumstellung, Medikamenten, Physiotherapie – erreichen, dass die Schmerzen weggehen und sich der Patient wieder bewegt. Führen die Schmerzen zur Immobilität, ist möglicherweise der Zeitpunkt für eine Operation angezeigt.
Jährlich setzen Sie am KSA rund 230 Hüft-, 160 Knie- und 70 Schulterprothesen ein. Wann raten Sie zu einer Prothese?
Jeder Patient wird individuell beurteilt. Wir operieren nicht aufgrund von Röntgenbildern, sondern wenn die Lebensqualität des Patienten stark beeinträchtigt und der Leidensdruck hoch ist. Der Patient entscheidet mit, wann dieser Zeitpunkt gekommen ist.
Inwieweit spielt das Alter eine Rolle?
Das Alter allein ist kein Faktor. Ältere Menschen können schliesslich noch extrem fit und aktiv sein und einen hohen Bewegungsdrang haben. Ich denke auch an jüngere Menschen. Die Lebensdauer von Implantaten ist ja beschränkt.
Diese werden aber stetig besser und langlebiger. Natürlich kommt es auf die Beanspruchung an. Ein Patient kann häufig 25 Jahre oder länger mit einem Implantat problemlos leben, bevor man es wechseln muss. Auch weil wir technisch in den letzten Jahrzehnten so gut geworden sind, kann man heute auch jüngere Patienten prothetisch versorgen. Mein bester Freund ist in meinem Alter, Anfang 50, bei ihm mussten bereits beide Hüftgelenke durch Prothesen ersetzt werden. Wir fahren jedes zweite Wochenende zusammen Ski und er geht auf die Hochjagd im Bündnerland – dies ohne Einschränkungen. Bei jungen Patienten versuchen wir aber primär eine Entlastung des Gelenkes zu erreichen; das geht meist mit einer Umstellungsoperation oder Korrektur der Beinachse. So kann man das Problem hinauszögern, sodass die Prothese dann vielleicht erst mit 50 nötig ist.
Im März 2021 haben Sie die Orthopädie und die Traumatologie zu einer Klinik fusioniert. Wieso?
Es gibt mehrere Gründe, wieso ich überzeugt bin, dass dies der richtige Weg ist. Einer der wichtigsten ist, dass wir nun die Gesamtkompetenz, die ganze Expertise zusammen haben. So können der Unfallchirurg und der Orthopäde gemeinsam besprechen, was für den Patienten die beste Therapie ist. Nur so können wir die besten Behandlungsoptionen anbieten.
Was sind, neben der Prothetik, weitere Schwerpunkte der Klinik?
Wir decken die ganze Unfallchirurgie ab, von Kindern bis zu geriatrischen Patienten, und die ganze Orthopädie – Unfallfolgen, Infektionen, Abnützungen, Sportverletzungen – inklusive Wirbelsäule. Ein weiterer Schwerpunkt sind Schwerverletzte, also polytraumatisierte Patienten. Da haben wir einen Leistungsauftrag für die hochspezialisierte Behandlung (HSM-Auftrag) mit 24-Stunden-Betrieb, Notaufnahme und Schockraumbehandlung. Ausserdem haben wir zusammen mit dem Universitätsspital Basel ein Zentrum gegründet, das hoch spezialisiert ist auf Infektionen des Bewegungsapparats, z. B. Infektionen an der Wirbelsäule oder infizierten Prothesen.
Wie ist die Klinik organisiert und wie haben Ihre Kollegen auf die Fusion reagiert?
Wir sind 6 Teams mit rund 35 Ärzten: Fuss- und Sprunggelenk, Knie, Becken und Hüfte, obere Extremitäten, Wirbelsäule und Kinder. Ich bin sehr glücklich, dass die Zusammenarbeit so gut funktioniert. Ich habe Leute, die das verstanden haben und das Konzept umarmen und auch leben. Es brauchte aber auch Arbeit in den Köpfen. Es ist eine neue Philosophie. Niemand bricht sich einen Zacken aus der Krone, wenn er einen Kollegen fragt. Im Gegenteil, gerade diese Kooperation zeichnet unsere Klinik aus. Wir leben Interdisziplinarität. Und wir pflegen nicht nur unseren kleinen Garten, sondern holen uns das Fachwissen, indem wir intensiv mit der Uni Basel und der Uni Lausanne zusammenarbeiten. Zudem haben wir mit der Charité, dem Universitätsklinikum in Berlin, eine internationale Partnerschaft, mit der unsere Ärzte die Möglichkeit haben, eine Ausbildungsrotation zu machen. Das macht uns fachlich stark.
Vielen Dank, Herr Cadosch, für das Interview. Jetzt wird es aber Zeit für Bewegung! Wie halten Sie sich fit?
Mit Sport. Früher war ich Bergführer und Skilehrer. Heute mache ich jedes Wochenende Sport und versuche unter der Woche zwei- bis dreimal joggen oder schwimmen zu gehen. Aktiv bleiben und eine gute Muskulatur sind die beste Prävention. Ein gesunder Lebensstil mit gesunder, ausgewogener Ernährung gehört dazu. Und betreffend Osteoporose braucht es zusätzlich eine ausreichende Vitamin D-Aufnahme: Wir haben alle zu wenig Sonne und deshalb zu wenig Vitamin D, ausser man lebt im Engadin (lacht).
Eine Kampagne, die bewegen soll
 «Wir tun etwas gegen Stillstand.» – Die Botschaft der neuen KSA-Kampagne für Orthopädie und Traumatologie ist klar und die dynamisch-bewegten Bildsujets auf den derzeit vielerorts in der Region sichtbaren Plakaten und Anzeigen sprechen eine ebenfalls deutliche Sprache: In dieser Kampagne dreht sich alles um das Thema Bewegung. Leben heisst Bewegung. Die unbeschwerte und schmerzfreie Bewegung ist jedoch nicht für alle selbstverständlich. Viele Menschen leiden unter Schulter-, Rücken-, Hüft- oder Knieschmerzen oder sind aufgrund von Fehlbildungen in ihrer Freiheit eingeschränkt. Darauf und was dagegen aus medizinischer Sicht sowohl präventiv als auch therapeutisch getan werden kann, soll die crossmedial geführte aktuelle Kampagne des KSA aufmerksam machen. Auf Plakaten, Bussen, via Social Media, Anzeigen sowie auf einer Online-Microsite und in einem Magazin (AZ-Beilage am 7. 4. 2022) werden das Thema Bewegung und das Leistungsangebot der Orthopädie und Traumatologie des KSA auf vielfältige, informative und zugleich unterhaltende Weise präsentiert und zugänglich gemacht. Das Motto lautet dabei: Wir bewegen uns, damit Sie in Bewegung bleiben können.
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