«Stopp der Gewalt gegenüber dem Personal»: Unter diesem Titel ergreifen die Hôpitaux Universitaires de Genève HUG eine Reihe von Massnahmen. Sie sollen helfen, dass es weniger erschütternde Vorföllle gibt, sie sollen die Mitarbeiter sensibilisieren und auch jene Personen ansprechen, die sich unanständig benehmen.
Der Hintergrund: 99 Angestellte des Unispitals wurden in den letzten drei Jahren Opfer von gewalttätigen Angriffen oder schwerer verbaler Aggression. Vor allem: Die Zahl der Fälle steigt an. Wurden der HUG-Direktion im Jahr 2013 noch 20 solcher Übergriffe gemeldet, waren es letztes Jahr schon 32. Und im laufenden Jahr registrierte man alleine im ersten Halbjahr 23 Gewalts-Fälle.
Dabei wurden 60 Prozent als schwerwiegende Vorfälle eingestuft, bei denen der Sicherheitsdienst eingreifen musste.
«Sie sind nicht hier, um schlecht behandelt zu werden. Wir auch nicht»: Plakat des HUG
Die Spitalleitung will nun insbesondere dem Personal den Rücken stärken – und zugleich das Publikum ansprechen. Unter anderem werden Plakate aufgehängt, welche das Publikum ansprechen mit dem Satz: «Sie sind nicht hier, um schlecht behandelt zu werden. Wir auch nicht.»
Auch ein Ort für jene, die sich um Sie kümmern
«Natürlich ist das Spital ein Ort, an dem sich auch Leiden, Krankheit und Ängste ausdrücken» sagt HUG-Generaldirektor Bertrand Levrat. «In bestimmten Fällen schafft das Spitalumfeld einen Druck, der sich entladen kann in Drohungen, Gewalt und Aggressionen von Patienten und ihren Angehörigen gegenüber dem Pflegepersonal oder anderen Mitarbeitern.» Aber gewisse Akte seien nicht akzeptabel. Ein Spital müsse nicht nur ein Refugium für Kranke oder Verletzte sein, sondern auch ein guter Ort für jene, die sich um sie kümmern.
Das Angebot zur Unterstützung der HUG-Angestellten sieht unter anderem juristischen und psychologischen Beistand vor, aber auch die Schaffung eines Teams, welches die Angegriffenen sofort unterstützen und begleiten kann.