In der Corona-Krise vertrauen die Menschen besonders ihren Hausärzten

Das Vertrauen in Informationen von Hausärztinnen und Hausärzten ist in der Covid-19-Pandemie besonders hoch. Dies zeigt eine neue Befragung der Schweizer Bevölkerung. Nur einer Quelle vertrauen die Menschen noch mehr.

, 10. Februar 2022, 13:20
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Das Vertrauen in die Wissenschaft als Informationsträger in der Corona-Krise ist am höchsten. Dies geht aus einer aktuellen Befragung mit rund 5 800 Personen aus der ganzen Schweiz hervor. Die vom Forschungsinstitut Sotomo durchgeführte repräsentative Erhebung macht deutlich: Die hitzigen Debatten zur Rolle der Wissenschaft in der Pandemie haben keineswegs zu einer verbreiteten Wissenschafts-Skepsis geführt – im Gegenteil.  
Die Befragung zeigt ebenfalls, dass das Vertrauen in Corona-Informationen von Hausärztinnen und Hausärzten besonders hoch ist. Die grössten Vorbehalte hingegen bestehen bei Informationen zum Coronavirus durch die nicht öffentlich-rechtlichen Medien, wie das folgende Diagramm zeigt. 
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Bevölkerungsbefragung Sotomo

Das Vertrauen hängt vom Impfstatus ab

Die Bewertungen unterscheiden sich zwischen Geimpften, potenziell Impfwilligen und Nicht-Impfwilligen. Auffallend ist, dass gemäss Bevölkerungs-Befragung, die Medinside vorliegt, das Vertrauen in die untersuchten Informations-Quellen stark vom Impfstatus der Befragten abhängt.
So sind ungeimpfte Personen generell deutlich skeptischer, wenn es um Informations-Vermittlung zum Coronavirus geht. Dabei fällt allerdings auf: Das medizinische Fachpersonal wird weit weniger kontrovers beurteilt als die behördlichen Informationsträger sowie das öffentlich-rechtliche Radio und Fernsehen. 
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Bevölkerungsbefragung Sotomo

Was die Menschen über die BAG-Kommunikation denken

Die grosse Befragung gibt auch Aufschluss darüber, dass die Information des Bundesamts für Gesundheit (BAG) zur Corona-Thematik durch die Befragten positiv bis gemischt beurteilt wird. Verhältnismässig gut wird die Sichtbarkeit der Information eingeschätzt.
Vorbehalte gibt es, wenn es um Klarheit und Widerspruchsfreiheit geht. 30 Prozent widersprechen der Aussage, dass das BAG klar und verständlich kommuniziert. 42 Prozent finden, dass Widersprüche in der Kommunikation bestehen. 
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Bevölkerungsbefragung Sotomo

BAG trotz allem mit hohen Vertrauenswerten  

Doch trotz teilweise kontroverser Beurteilung der Kommunikation gehört das BAG als Vertreterin der amtlichen Coronapolitik zu den Institutionen mit den höchsten Vertrauenswerten in Bezug auf Information zu Covid-19.
Auch hier zeigt sich gemäss Bevölkerungsbefragung: Personen, die nicht geimpft sind, beurteilen die BAG-Kommunikation deutlich negativer. Viele von ihnen bezweifeln, dass das Bundesamt umfassend sowie klar und verständlich informiert. Mögliche Widersprüche in der Kommunikation werden von dieser Gruppe besonders stark hervorgehoben.
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Bevölkerungsbefragung Sotomo
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