Verliert Listenspital seine Zulassung?

Ein Zürcher Spital verbaut eine Viertelmilliarde. Dies ohne öffentliche Ausschreibungen. Nun liegt der Fall beim Bundesgericht - und könnte Auswirkungen auf das gesamte Spitalwesen haben.

, 8. Februar 2019, 09:33
image
250 Millionen Franken soll der Neubau kosten. Doch das GZO-Spital in Wetzikon hat dazu keine einzige öffentliche Ausschreibung gemacht. Nachdem der Zürcher Regierungsrat das Spital mit einem Entscheid dazu verpflichtete, focht das GZO diesen Entscheid an. Der Rekurs durch das Spital ist beim Bundesgericht hängig, wie der Zürcher Oberländer berichtet.
Das Vorgehen berge hohe Risiken, mahnen Kritiker. So befürchtet der Wetziker Gemeinderat Christoph Wachter, dass dem Spital nicht nur eine Busse, sondern im Extremfall auch einen Entzug des Leistungsauftrags drohe.
Was sagt das Bundesgericht?
Der Fall zieht sich bereits seit dem Jahr 2015 hin. Die Regierung stützt sich dabei auf ein juristisches Gutachten: Spitäler seien «Leistungserbringer in einem stark regulierten Markt». Und da die Leistungen im Bereich der Grundversicherung zudem zu einem erheblichen Teil von der öffentlichen Hand finanziert würden, müssten sich Spitäler ebenso an die Regelungen die Beschaffungsrichtlinien halten. Letztere schreiben öffentliche Ausschreibungen von Aufträgen aus.
Doch in Wetzikon sieht man das anders. Das Urteil des Bundesgerichts zum GZO kann aber auch Auswirkungen auf das Beschaffungswesen aller anderen Spitäler haben.
Artikel teilen

Loading

Comment

2 x pro Woche
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

oder

Mehr zum Thema

image

Regionalspital nimmt in der Gastroenterologie weltweit Pionierrolle ein

Das GZO Spital Wetzikon ist auf dem Weg zu einem Referenz- und Ausbildungszentrum. Das Ziel ist es, Gastroenterologen für den Eingriff und die Handhabung mit neuen Einweg-Endoskopen auszubilden.

image

Personalsuche Italien: «Wie sind die Reaktionen aus der Branche, Herr Blasi?»

Das Kantonsspital Aarau will Pflegefachpersonen in Rom rekrutieren. Fabio Blasi, Leiter Personalgewinnung, spricht über den Fachkräftemangel und das Projekt.

image

Bethesda Spital: Wechsel in der Spitalleitung

Das Bethesda Spital holt Henrik Pfahler vom Basler Unispital und Ueli Zehnder vom Inselspital nach Basel.

image

Stefan Fischli zum Chefarzt befördert

Stefan Fischli wird Chefarzt Endokrinologie/Diabetologie und klinische Ernährung am Luzerner Kantonsspital.

image

Diese Medizinstudentin will in den Regierungsrat

Zoé Stehlin tritt für die Juso als Luzerner Regierungsratskandidatin an.

image

«200 Betten sind besser als 280»

Der langjährige Spitaldirektor Peter Eichenberger erklärt, warum das Claraspital auf rentable Bereiche wie Orthopädie und Traumatologie verzichtet. Auf 2023 wird der 56-Jährige Delegierter der Clara- Gruppe.

Vom gleichen Autor

image

Covid-19 ist auch für das DRG-System eine Herausforderung

Die Fallpauschalen wurden für die Vergütung von Covid-19-Behandlungen adaptiert. Dieses Fazit zieht der Direktor eines Unispitals.

image

Ein Vogel verzögert Unispital-Neubau

Ein vom Aussterben bedrohter Wanderfalke nistet im künftigen Zürcher Kispi. Auch sonst sieht sich das Spital als Bauherrin mit speziellen Herausforderungen konfrontiert.

image

Preisdeckel für lukrative Spitalbehandlungen?

Das DRG-Modell setzt Fehlanreize, die zu Mengenausweitungen führen. Der Bund will deshalb eine gedeckelte Grundpauschale - für den Direktor des Unispitals Basel ist das der völlig falsche Weg.