Analyse: Letztes Lebensjahr ist nicht das teuerste

Die These, dass die Kosten für die gesundheitliche Versorgung in den letzten zwölf Monaten des Lebens überproportional steigen, lässt sich nicht halten. Dies zeigt eine internationale Studie.

, 4. August 2017, 08:31
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Dafür sind die letzten drei Jahre entscheidend, wie aus der in der Zeitschrift «Health Affairs» veröffentlichten Untersuchung hervorgeht. Auf die letzten zwölf Lebensmonate eines Menschen entfallen im Schnitt zwischen 8,5 und 11,2 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben; auf die letzten drei Jahre zwischen 16,7 und 24,5 Prozent. 
Die Resultate deuten darauf hin, dass nicht in erster Linie lebensrettende Massnahmen bezahlt, sondern chronisch Kranke behandelt werden, heisst es. Vor diesem Hintergrund hilft eine bessere Versorgung chronisch kranker alter Menschen den Experten zufolge Spitalaufenthalte zu reduzieren und damit Kosten zu senken. 
Für die Studie haben die Autoren die Gesundheitsausgaben in den Jahren 2009 bis 2011 in neun Ländern analysiert: Dänemark, Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Japan, Niederlande, Taiwan, USA sowie die kanadische Provinz Quebec. 
Eric B. French et al. «End-Of-Life Medical Spending In Last Twelve Months Of Life Is Lower Than Previously Reported», in: «Health Affairs», Juli 2017.
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