Spitex-Wettbewerb? «Nume nid gsprängt»

Der Spitex Verband Schweiz nahm Stellung zur Forderung nach öffentlichen Ausschreibungen von Spitex-Verträgen. Er mahnt zur Vorsicht.

, 13. November 2015, 09:49
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Die privatwirtschaftlichen Spitex-Anbieter machen bekanntlich Druck: Die Gemeinden müssten Spitex-Aufträge öffentlich ausschreiben, der Wettbewerb werde verzerrt, durch eine Chancengleichheit könnte auch die Effizienz gesteigert werden, was wiederum Kosten senken würde – derartige Argumente brachten mehrere Akteure und Experten rund um den Verband Spitex Privée Suisse in den letzten Wochen vor.
Jetzt meldet sich der Spitex Verband Schweiz zu Wort – also die Organisation der Non-Profit-Spitex-Anbieter. Man fürchte den zunehmenden Wettbewerb in der Pflege nicht, so Verbandspräsident Walter Suter: «Bei den rentablen Einsätzen findet der Wettbewerb zwischen der öffentlichen Spitex und den kommerziellen Anbietern schon heute statt».
Es entspreche auch dem Bedürfnis der Patienten, aus einem Angebot frei wählen zu können. 

«Mit vielen offenen Fragen verbunden»

Allerdings: Wenn es um einen umfassenden Leistungsauftrag geht, um die Versorgungspflicht, dann drehe sich die Kernfrage um die Qualität der Betreuung, so der Präsident des Spitex-Verbandes. 
«Die Non-Profit-Spitex erfüllt seit vielen Jahren die Auflagen der Gemeinden, die die Leistungsaufträge vergeben, und ist aufgrund ihres Geschäftsmodelles auch für die Zukunft entsprechend aufgestellt», so Walter Suter.
Ob sich mit öffentlichen Ausschreibungen die Kosten senken lassen – dies sei andererseits «mit vielen offenen Fragen verbunden». Zum Beispiel könnten wiederkehrende Ausschreibeverfahren zusätzlichen administrativen Aufwand verursachen.
«Bewährtes darf jetzt nicht über den Haufen geworfen werden», so Walter Suter: «Mehr Wettbewerb im Bereich der Versorgungspflicht lässt sich nicht von heute auf morgen bewerkstelligen.»
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