So müssen sich Intensivstationen aushelfen

Weil die Überlastung einzelner Intensivstationen droht, gibt es nun einen genauen Plan, wie die Intensivstationen ihre Patienten verteilen müssen.

, 15. Dezember 2021, 13:35
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Die Intensivstationen der Schweizer Spitäler sind derzeit so beansprucht, dass sie kaum kurzfristig ein zusätzliches Bett organisieren können. Der Koordinierte Sanitätsdienst (KSD) hat Verständnis dafür: «Die steigenden Fallzahlen und die regional unterschiedlichen Durchimpfungsraten sowie die Dauerbelastung des Fachpersonals erhöhen den Druck auf die Spitäler und Intensivstationen stetig.»

Zuerst in der Region verteilen

Trotzdem fürchtet der KSD offenbar, dass die Spitäler nicht so konsequent wie erwünscht, ihre Intensivbetten für Covid-Patienten freihalten. Desahlb hat der KSD nun zusammen mit den kantonalen Gesundheitsdirektoren, den Spitälern und den Intensivmedizinern das Vorgehen bei der Verlegung von Patienten genauer festgelegt.
Konkret heisst das: In erster Linie müssen die Intensivstationen bei Belastungsspitzen ihre Patienten frühzeitig innerhalb ihres Kantons oder ihrer Region verlegen. Federführend ist dabei in der Regel die Leitung Intensivmedizin des jeweiligen Universitäts- oder Zentrumsspitals. Diese muss dafür sorgen, dass die Patienten möglichst ausgeglichen verteilt werden, damit auch ungeplante Intensivfälle noch Platz haben.

Zweite Stufe bei hoher Auslastung

Sind jedoch in einem Kanton oder in einer Region die Intensivstationen zu mehr als 85 Prozent ausgelastet und beträgt der Anteil der Covid-Patienten mehr als 50 Prozent, müssen die Patienten weiträumiger verlegt werden, und zwar in einen Kanton oder in eine Region mit einer tieferen Auslastung und weniger Covid-Patienten.
Zuständig für diese schweizweite Vermittlung der Patienten ist die nationale Koordinationsstelle der schweizerischen Rettungsflugwacht Rega. Das zweistufige Vorgehen soll eine lokale oder regionale Überlastung verhindern, die unterschiedlichen Kapazitäten schweizweit ausgleichen sowie die Intensivstationen und deren Personal durchhaltefähiger zu machen, wie der KSD in einer Mitteilung schreibt.

Spitäler müssen gewisse Eingriffe zurückstellen

Der KSD fordert die Spitäler und Kantone ausserdem ausdrücklich dazu auf, dass sie sich beim Verlegen von Patienten «noch stärker unterstützen und weitere nicht dringliche Eingriffe zugunsten der Verfügbarkeit von Intensivplätzen zurückstellen.»

Die aktuellen Auslastungszahlen

Die 863 Intensivbetten in Schweizer Spitälern sind laut Statistik des Bundesamts für Gesundheit (BAG) derzeit folgendermassen belegt:
Covid-Patienten: 289
Andere Patienten: 407
Freie Betten: 167
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