Gesundheitsausgaben: ETH verdoppelt Wachstums-Prognose

Die Pandemie führt zu einem starken Anstieg der Gesundheitskosten. Die Konjunkturforschungs-Stelle der ETH prognostiziert jetzt ein Wachstum von 7.3 Prozent für 2021.

, 25. November 2021, 10:30
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Für das laufende Jahr rechnet die Konjunkturforschungs-Stelle (KOF) der ETH mit einem Anstieg der nominalen Gesundheitsausgaben von 7.3 Prozent. Frühere Prognosen kamen auf ein Wachstum von 3.3 Prozent für das Jahr 2021. 
Der starke Anstieg ist gemäss KOF vor allem auf die Bekämpfung der Covid-​19-Pandemie zurückzuführen. In absoluten Zahlen betragen die Ausgaben 91 Milliarden Franken. Zum Vergleich: 2020 nahmen die Gesundheitsausgaben um 2.9 Prozent auf 84,8 Milliarden Franken zu.
Auch das Verhältnis Gesundheitsausgaben zum Bruttoinlandprodukt (BIP) dürfte in diesem Jahr nochmals ansteigen: von 12 Prozent auf 12.3 Prozent, wie die vom Online-Vergleichsdienst Comparis mitfinanzierte Studie weiter zeigt. Durchschnittlich beträgt das Verhältnis für den Prognosezeitraum 2020 bis 2023 12.0 Prozent, nach 10.8 Prozent über die 2010er-​Jahre und 9.7 Prozent über die Jahre 2000 bis 2009.
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Screenshot KOF Prognose

Nächstes Jahr soll es dann besser werden

Für 2022 werden sich die Wachstumsraten gemäss KOF-​Prognose wieder abschwächen: Für das Jahr 2022 rechnen die ETH-Ökonomen mit einer Wachstumsrate von 1.3 Prozent auf 92,3 Milliarden Franken und im Jahr 2023 mit 1.2 Prozent auf 93,4 Milliarden Franken. Vor einem Jahr lag die Prognose für 2022 noch bei 3.8 Prozent. 
Ein Rückblick über einen längeren Zeitraum zeigt ausserdem: Über die Jahre 2020 bis 2023 hinweg beträgt der durchschnittliche jährliche Anstieg der Gesundheitsausgaben 3.2 Prozent, nach 3.0 Prozent über die 2010er-​Jahre und 4.0 Prozent über die Jahre 2000 bis 2009.

Sehr hohe Wachstumsbeiträge des Staates

Bei der Betrachtung der Finanzierung der Gesundheitsausgaben zeigen sich gemäss KOF der ETH schliesslich zwei Auffälligkeiten. Erstens habe die Covid-19 Pandemie durch Tests und Impfungen zu sehr hohen Wachstumsbeiträgen des Staates geführt. Zweitens sei im Jahr 2021 ein hoher Wachstumsbeitrag durch die selbstgetragenen Gesundheitsausgaben der privaten Haushalte zu beobachten. Hierfür dürften grösstenteils die Kosten für die Tests verantwortlich sein, wel​che nicht vom Bund übernommen wurden, 

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Screenshot KOF Prognose
  • Die detaillierte Studie finden Sie hier.
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