Warum diese Ärzte weniger Lohn fordern

In Kanada haben über 850 Ärzte eine Petition unterzeichnet, weil sie nicht mehr verdienen wollen. Das Geld soll stattdessen die Pflege entlasten und in die Versorgung investiert werden.

, 12. März 2018, 09:55
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Auch in Kanada wird derzeit über Ärztelöhne gestritten – nur ein wenig anders als hierzulande. So protestiert in der französischsprachigen Provinz Quebec die Gruppe MQRP gegen eine geplante Gehaltserhöhung für Mediziner. Die Médecins Québécois pour la Régime Public (MQRP) ist eine Gruppe von etwa 500 Ärzten, Klinikpersonal und Medizinstudierenden.
Konkret fordert die Ärztegruppe in einer Petition, dass die finanziellen Mittel von 700 Millionen kanadischen Dollar dazu aufgewendet werden, um etwa mehr Pflegepersonal einzustellen und den Patienten hinsichtlich der Kosten der jeweiligen medizinische Versorgung entgegen zu kommen. Die Summe würde für die insgesamt 10'000 betroffenen Ärzte eine Erhöhung von 1,4 Prozent bedeuten.
Die Ärzte aus der Provinz Quebec weisen ferner darauf hin, dass sie nicht guten Gewissens eine Lohnerhöhung akzeptieren können, während die Arbeitsbedingungen für andere in ihrem Berufszweig schwierig bleiben werden. Seit Ende Februar liegt die Petition auf – mehr als 850 Allgemeinmediziner und Fachärzte sollen sie mittlerweile unterzeichnet haben.
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