Die Antikörperkombination
Die Antikörperbehandlung (AZD7442) ist eine Kombination aus zwei langanhaltenden Antikörpern (sog. «LAABs», Long-acting antibodies) – Tixagevimab (AZD8895) und Cilgavimab (AZD1061) –, ursprünglich gewonnen aus B-Zellen von rekonvaleszenten Patienten nach einer Sars-Cov-2-Infektion. Die humanen monoklonalen Antikörper wurden vom Vanderbilt University Medical Center entdeckt und im Juni 2020 an das Unternehmen Astrazeneca lizenziert.
Die Antikörper verbinden sich mit verschiedenen Stellen des Sars-Cov-2-Spike-Proteins und konnten von Astrazeneca optimiert werden, so dass sie eine längere Halbwertszeit und eine geringere Bindung an den Fc-Rezeptor und das Komplement C1q haben. Aufgrund der längeren Halbwertszeit wird die Dauer der Wirkung im Vergleich zu herkömmlichen Antikörpern verlängert. Die reduzierte Bindung an den Fc-Rezeptor soll das Risiko einer antikörperabhängigen Verschlechterung der Erkrankung minimieren − ein Vorgang, bei dem virusspezifische Antikörper die Infektion und/oder die Krankheit fördern, anstatt sie zu hemmen. AZD7442 wird als eine intramuskuläre Injektion verabreicht.
AZD7442 wird auch als potenzielle Therapie für stationär behandelte Covid-19-Patienten in der Activ-3-Studie des National Institute of Health untersucht, sowie in einer weiteren Studie von Kooperationspartnern. Neue Anträge befinden sich zudem derzeit in Prüfung, bei Behandlung nach einer Covid-Exposition sowie Dosierungsanpassungen bei der prophylaktischen Anwendung.