Zulassung verloren und dennoch weiter praktiziert

40 Ärzte haben in den letzten Jahren ihre Bewilligung verloren.

, 15. Februar 2019 um 10:34
image
  • praxis
  • gericht
  • solothurn
  • kanton bern
  • zürich
  • fmh
Es ist eine einschneidende Massnahme: Wenn Verfehlungen von Ärzten schwer wiegen oder die Aufsichtsbehörden ihnen ihre Aufgabe nicht mehr zutrauen, kann  die Bewilligung entzogen werden. In der Schweiz verfügen rund 42'000 Ärztinnen und Ärzte über eine Bewilligung. In den letzten fünf Jahren wurden 40 davon die Bewilligung entzogen. Doch was dann? Die SRF-«Rundschau» und SRF-Data haben diesen Fällen nachrecherchiert.
Das Ergebnis ist erstaunlich. In 16 Fällen haben die Mediziner Wege gefunden, um weiter zu praktizieren. Dies aber nicht immer auf legalem Weg.  
Kanton Bern wusste von nichts
10 Ärzten sollen ihre Berufstätigkeit ins Ausland verlegt haben, drei arbeiten in einem anderen Kanton. Gemäss den Recherchen sind drei Ärzte aber weiterhin - und illegalerweise - in jenem Kanton tätig sein, der ihnen die Bewilligung entzogen hat. So etwa ein Stadtzürcher Hausarzt, ein Olterner Dermatologe und eine Stadtberner Gynäkologin, die dabei unter anderem auch an dem zur Hirslanden-Gruppe gehörenden Salemspital praktizierte.
In einem der Fälle hat der Kanton über ein Dutzend Anzeigen gegen den betroffenen Arzt eingereicht, in einem anderen Fall hat der Kanton die Praxis schliessen lassen. Einzig im Kanton Bern war den Behörden der Fall nicht bekannt. 
Die FMH fordert nun ein härteres Vorgehen und eine Informationspflicht unter den Kantonen für solcheFälle.
Den SRF-Beitrag finden sie hier.
Artikel teilen

Loading

Comment

Mehr zum Thema

image

Stadt Zürich: Neue Vizedirektorin für Gesundheitsdienste

Der Stadtrat hat Verena Houben zur stellvertretenden Direktorin der Städtischen Gesundheitsdienste Zürich ernannt.

image

GZO Spital Wetzikon: «Wir können es machen. Es wird einfach ein bisschen enger»

Fast alle Trägergemeinden sagen klar Ja zu einem Rettungs-Beitrag für das notleidende Regionalspital in Wetzikon. Doch es gibt eine Ausnahme. Was bedeutet das?

image

Titelstau: SIWF halbiert Gebühren rückwirkend

Nach Interventionen aus mehreren Verbänden reagiert das SIWF mit einer temporären Halbierung der Gebühren. Für die Wartezeiten bei der Titelerteilung bedeutet das aber keine Entwarnung – im Gegenteil.

image

Gericht stoppt Thurgau: Zürcher Reha-Planung tritt in Kraft

Das Bundesverwaltungsgericht ist auf die Beschwerde des Kantons Thurgau gegen die Zürcher Spitalliste 2023 Rehabilitation nicht eingetreten. Damit kann der Kanton Zürich seine neue Reha-Planung nun vollständig umsetzen.

image

GZO Spital Wetzikon: Querschüsse vor der Abstimmung

Offenbar kritisiert die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli kurz vor der Abstimmung mangelnde Transparenz der Spitalleitung und bekräftigt: Unterstützung vom Kanton gibt es nicht.

image

Beschwerde gegen das SIWF: Der medizinische Nachwuchs verliert die Geduld

Eine Gruppe von Nachwuchsmedizinern geht vor das Bundesverwaltungsgericht: wegen «ungerechtfertigter Verzögerung» bei der Vergabe von Facharzttiteln.

Vom gleichen Autor

image

Covid-19 ist auch für das DRG-System eine Herausforderung

Die Fallpauschalen wurden für die Vergütung von Covid-19-Behandlungen adaptiert. Dieses Fazit zieht der Direktor eines Unispitals.

image

Ein Vogel verzögert Unispital-Neubau

Ein vom Aussterben bedrohter Wanderfalke nistet im künftigen Zürcher Kispi. Auch sonst sieht sich das Spital als Bauherrin mit speziellen Herausforderungen konfrontiert.

image

Preisdeckel für lukrative Spitalbehandlungen?

Das DRG-Modell setzt Fehlanreize, die zu Mengenausweitungen führen. Der Bund will deshalb eine gedeckelte Grundpauschale - für den Direktor des Unispitals Basel ist das der völlig falsche Weg.