Santésuisse will jährliche Überprüfung der Medikamentenpreise

Nach Curafutura fordert auch Santésuisse den Bund zum Handeln auf.

, 4. Oktober 2016 um 11:21
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Geht es um die vom Bundesrat vorgeschlagenen Änderungen der Verordnung der Krankenversicherung und der Krankenpflege-Leistungsverordnung, sprechen die Krankenkassenverbände Curafutura sowie Santésuisse praktisch mit einer Stimme. Nach Curafutura (siehe hier) legt nun auch Santésuisse die Forderungen zu den im Raum stehenden Verordnungsänderungen vor:
Kostengünstigkeitsprinzip
Wenn gleichwertige Medikamente zur Verfügung sehen, müssen die Versicherer nur noch das günstigste Produkt bezahlen. 
Jährliche Überprüfung der Medikamentenpreise
Preise und Wirksamkeit aller kassenpflichtigen Medikamente sollen jährlich überprüft werden. Damit würden laut Santésuisse Ungleichheiten und Rekurse der Pharmafirmen verhindert. 
Beschwerderecht
Bei zu teuren oder in ihrer Wirkung umstrittenen Medikamenten sollen die Kassen ein Beschwerderecht bei der Preisfestsetzung erhalten. 
Höhere Preisabschläge bei Generika
Gefordert wird die Einführung eines Festbetragssystems, wie es etwa in den Niederlanden praktiziert wird. 
Einzelfallbeurteilungen 
Santésuisse lehnt die vorgesehenen Änderungen für die Vergütung von Medikamenten im Einzelfall ab. Stattdessen sollen verhältnismässige Regelungen für die Einzelfallbeurteilungen beibehalten werden. 
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