Wie es in einer Mitteilung des
Aargauisches Ärzteverbandes heisst, steht die Notfallversorgung im Kanton nach dem
Konkurs der Mobilen Ärzte massiv unter Druck. «Die Situation ist dramatisch, wir stehen vor einem Flächenbrand. In den ersten Bezirken beginnen die Strukturen bereits einzustürzen», sagt der Aargauer Ärzte-Präsiden Jürg Lareida gegenüber Medinside.
Vor gut zwei Wochen meldete die Mobile Ärzte AG Konkurs an; seither übernehmen frei praktizierende Ärzte den nächtlichen ambulanten Notfalldienst – neben dem normallaufenden Praxisalltag. Deshalb schlagen sie nun Alarm.
Die aktuelle Situation führe dazu, dass die niedergelassenen Ärzte teils 36 Stunden am Stück im Dienst sind, was aus Sicherheits- und Qualitätsaspekten weder für die dienstleistenden Mediziner noch für die betroffenen Patienten zumutbar sei. «Der Zustand ist inkzeptabel und die psychische Belastung bringt uns an die Grenzen», so Lareida. Nächtliche Hausbesuche könnten nicht mehr in den geforderten Zweierteams erfolgen; viele Ärztinnen hätten laut Lareida Angst, nachts alleine auszurücken.
Sofortmassnahmen gefordert
Die aktuellen Entwicklungen würden zu gefährlichen Spannungen in der Ärzteschaft führen, vor allem bei den so dringend benötigten Hausärzten. Gefordert sind daher Sofortmassnahmen. Dazu Lareida: «Es muss noch vor Weihnachten eine Lösung gefunden werden, sonst droht das System zu kollabieren.» Wie eine schnelle Lösung aussehen könnte, bleibt allerdings unklar.
An langfristigen Lösungen werde derzeit mit dem Kanton gearbeitet, hier seien positive Signale spürbar. Allerdings seien diese nicht von heute auf morgen umsetzbar und bräuchten Zeit: «Zeit, die wir nicht haben», betont Jürg Ladeira.